Föhnsturm verursachte zahlreiche Versorgungsunterbrechungen in Tirol

Der Föhnsturm am Donnerstag, 17.09.2015 führte neben zahlreichen Straßensperren und Unterbrechungen im Bahnverkehr wegen unzähliger umgestürzter Bäume zu Versorgungsunterbrechungen im Mittel- und Hochspannungsnetz Tirols. Besonders betroffen waren die nach Süden offenen Talschaften des Nordtiroler Oberlands.

Insgesamt waren über den Tag verteilt 5.700 Kunden von Versorgungsunterbrechungen betroffen. Die Schadenszentren Pitztal, Nassereith und Fernstein waren wegen der außergewöhnlich schweren Leitungsbeschädigungen längere Zeit unversorgt. Die letzten Schäden konnten durch die TINETZ-Servicetrupps um 19:45 Uhr behoben werden betont, Vorstand Trattler der TINETZ.

Kurz nach Mittag stürzten Bäume in ein System der 110kV-Doppelleitung von Imst nach Reutte, welches durch den Leitungsschutz automatisch abgeschaltet wurde. Bei der sofort durchgeführten Leitungskontrolle wurde festgestellt, dass an die 30 Bäume in die Leitung gestürzt sind und der Bezirk Reutte nur noch durch das verbleibende zweite System versorgt werden konnte.

Die Besichtigung ergab, dass an einer Schadensstelle die Bäume nur aus der Leitung entfernt werden können, wenn aus Sicherheitsgründen das zweite System, somit die gesamte 110kV-Anspeisung für Reutte, abgeschaltet wird.

Die Techniker des EW Reutte konnten bis in die Abendstunden eine Notanspeisung über Pfronten / Bayern organisieren. Nachdem das Planseewerk den Strombezug reduziert hatte und die im Bezirk verfügbaren Wasserkraftwerke mit Maximalleistung eingesetzt wurden, konnte die 110kV-Leitung abgeschaltet werden, ohne dass ein einziger Stromkunde im Bezirk unversorgt war. Zwischen 18:15 Uhr und 18:45 Uhr konnten an der kritischen Schadensstelle alle Bäume durch TINETZ-Monteure entfernt werden und anschließend wieder wie geplant erfolgreich die Stromversorgung von Tirol aus aufgenommen werden.

Eine besondere Herausforderung wurde durch die Techniker von TINETZ-Stromnetz Tirol AG und EW Reutte gemeistert, ohne dass Stromkunden im Bezirk Reutte unversorgt waren.

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