Katastrophen-Übung TERREX 2012 (22.05. bis 24.05.)

Wie die TIWAG-Netz AG die Stromversorgung für Tirol im Katastrophenfall sichert

Als größtem Tiroler Verteilernetzbetreiber ist es Aufgabe der TIWAG-Netz AG, gerade auch im Katastrophenfalle die elektrische Stromversorgung für die Tiroler Bevölkerung bestmöglich aufrechtzuerhalten und Versorgungsunterbrechungen möglichst rasch wieder zu beseitigen. Im Zuge der großen Katastrophenübung TERREX 2012 vom 22. bis 24.05.2012 wurde ein Erdbeben der Stärke 6 angenommen, das unter anderem auch die Infrastruktur des Verteilernetzes beschädigt und damit die Versorgung der Tiroler Stromkunden empfindlich trifft.

Die im Übungsszenario für die TIWAG-Netz AG angenommenen Beschädigungen an den 110 kV-Versorgungsleitungen Jenbach – Kirchbichl können mit verminderter Übertragungskapazität gerade noch überbrückt werden. Der übungshalber unterstellte Mastbruch auf der 220 kV-Leitungsverbindung Strass – Kirchbichl im Gemeindegebiet von Kramsach jedoch führt zu ernsthaften Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung der Stromversorgung.

 

Die TIWAG-Netz AG aktivierte aus diesem Grunde am Dienstag, den 22.05.2012, ihren Krisenstab und entsandte einen Vertreter in die Bezirkseinsatzleitung Kufstein. Am Folgetag, dem 23.05.2012, wurde die 220 kV-Schadstelle, der Mastbruch in Kramsach, durch ein Störmastgestänge überbrückt. Dafür haben Monteure der TIWAG-Netz AG am Gelände des Schiliftes in Kramsach einen Portalmast sowie drei Mastkerzen errichtet.

 

Aufgrund der schwierigen Geländeverhältnisse wurde zur Montage einer sogenannten Mastkerze die Unterstützung durch einen Black-Hawk-Hubschrauber des Bundesheeres angefordert. Die Arbeit mit dem Hubschrauber des Bundesheeres war für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung. Der Portalmast sowie zwei weitere Mastkerzen wurden mit Hilfe von Autokränen errichtet.

 

Zur Absicherung der Baustelle sowie des Flug- bzw. Landebereiches des Hubschraubers wurden Assistenzleistungen des Österreichischen Bundesheeres sowie Unterstützung durch das Rote Kreuz Kramsach, die Freiwillige Feuerwehr Kramsach, die Bergrettung Kramsach sowie die Polizei Kramsach abgerufen.

 

Allgemeine Information zum Störmastgestänge der TIWAG-Netz AG

 

Im Störungsfall oder im Zuge von Umbaumaßnahmen bei einer Stromleitung ist die TIWAG-Netz AG bemüht, die Versorgung möglichst aller Kunden mit elektrischem Strom rasch wiederherzustellen bzw. aufrecht zu erhalten. Dafür besitzt die TIWAG-Netz AG zwei Störmastsysteme für die Spannungsebenen 10-110kV und 110-380kV.

 

Das Störmastgestänge kommt beispielsweise zum Einsatz, wenn durch extreme Witterungsverhältnisse Bäume auf Leitungen fallen und dadurch Maste derart beschädigt werden, dass diese nicht mehr weiter genutzt werden können. Zur Überbrückung dieser Schadensstelle(n) wird dabei ein provisorischer Leitungszug - parallel zum beschädigten Leitungs­bereich - errichtet und in das bestehende, funktionstüchtige Leitungssystem eingebunden. So ist es der TIWAG-Netz AG möglich, Schadens­stellen im Freileitungsnetz von über einem Kilo­meter Länge rasch zu überbrücken.

 

Die beiden auf Basis eines Baukastensystems montierbaren Stör­mastgestänge der TIWAG-Netz AG werden für den Einsatz in ganz Tirol zentral in Thaur gelagert. Im Einsatzfall sind die Störmastgestänge sofort einsatzbereit und können je nach Störungsaus­maß und Geländesituation in der Regel innerhalb von 3 bis 5 Tagen aufgebaut werden.

 

Abhängig vom Ausmaß der Störung arbeiten zwischen 8 und 15 speziell geschulte Monteure der TIWAG-Netz AG bei jeder Witterung am Aufbau des Störmastgestänges. Dabei bedienen sich die Monteure der Unterstützung von Autokränen, Hilfsbäumen und Winden sowie in besonderen Fällen bzw. in schwierigem Gelände auch eines Hubschraubers. Die Portal- und Kerzenmaste werden über ent­sprechend gesetzte Fundamente und Anker im Boden befestigt.

 

STÖMA-System

110/220/380 kV

10/30/110 kV

Anzahl Portalmaste

2 Stk.

2 Stk.

Anzahl Kerzenmaste

3 Stk.

2 Stk.

Höhe der Kerzenmaste

26 Meter

20 Meter

überbrückbare Länge

1.200 Meter

700 Meter

 

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