TIWAG-Netz AG investiert Millionen in intelligente Stromzähler

INNSBRUCK, THAUR (24. 9. 2009). Die TIWAG-Netz AG sucht rund 20 Tiroler Gewerbebetriebe, die an einem erweiterten Feldversuch mit intelligenten Stromzählern teilnehmen. Interessierte Unternehmen können sich unter der Telefonnummer 050708 190 melden. Die beiden TIWAG-Netz AG-Vorstandsmitglieder DI Franz Hairer und Dr. Erich Entstrasser möchten damit weitere Erfahrungen zur Einführung intelligenter Stromzähler sammeln. Denn die neue Elektrizitäts-Binnenmarktrichtlinie der Europäischen Union sieht die Einführung solcher "smart meters" bis zum Jahr 2020 vor.

Teure Fernauslesung

Die TIWAG-Netz AG hat sich laut Hairer bereits seit dem Start der Liberalisierung mit dieser neuen Technologie befasst. Derzeit sind über 3.600 intelligente Zähler der ersten Generation mit Fernauslesung sowie der zweiten Generation mit Fernauslesung und Anzeige am Zähler im Einsatz. Die Investition in diese Hochtechnologie betrug bislang über vier Millionen Euro.

Für Entstrasser ist eine wesentliche Erkenntnis aus dem derzeitigen Betrieb der intelligenten Zähler, "dass die zusätzlichen Kosten der notwendigen technischen Komponenten insbesondere für die Kommunikation mit dem Zähler im bisherigen Messpreis nicht abzudecken sind".

Kontrolle unabhängig vom Zählerstandort

Die testweise Einführung der nunmehr dritten Zählergeneration erlaubt es den Stromkunden sogar, den Stromverbrauch laufend über ein zusätzliches Anzeigegerät - unabhängig vom Standort des Zählers (!) - zu beobachten und selbst zu kontrollieren.

Erweiterter Feldversuch

Laut Hairer sollen die ausgewählten Unternehmen mit einem Netzanschluss auf der Niederspannungsebene mit neuesten intelligenten Zählern ausgestattet und in den Feldversuch integriert werden. Entstrasser erläutert: "Die Kosten für den Zähler und den Einbau im Rahmen dieses Feldversuches übernimmt die TIWAG-Netz AG, der verrechnete Messpreis bleibt unverändert."

Umrüstung aller Zähler würde 120 Mio. € kosten

Mit der verstärkten Verwendung von intelligenten Zählern werden Netzbetreiber zunehmend teure Hochtechnologie zur weiteren Verbesserung ihrer Kerngeschäftsprozesse einsetzen. Ein flächendeckender Ersatz der bestehenden Zähler durch intelligente Zähler im Netzbereich der TIWAG-Netz AG würde aus heutiger Sicht mindestens 120 Millionen Euro kosten. Dazu kommen noch die Kosten für den laufenden Betrieb. Für Hairer und Entstrasser steht fest, dass dieser Technologieschub nur dann zu realisieren ist, wenn alle daraus entstehenden Mehrkosten über höhere Netztarife abgedeckt werden können.

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