Strom fließt wieder über Brenner

THAUR (01.06.2021). Mit der Wiederherstellung der Leitungsverbindung sind die Stromnetze zwischen Nord- und Südtirol ab sofort wieder verbunden.

Der Zusammenschluss wurde am 1. Juni im Beisein der drei Landeshauptleute der Europaregion offiziell besiegelt. Dazu waren im Vorfeld umfassende Vorbereitungsarbeiten inklusive Erweiterung der Umspannwerke und Hochspannungsleitungen im Wipptal notwendig. Zusätzlich wurde im neu gebauten Umspannwerk Edyna am Brenner ein Spezialtransformator installiert, um eine Vereinbarkeit der unterschiedlichen Betriebsspannungen in Nord- und Südtirol herzustellen.
 
„Mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme des Umspannwerks durch den italienischen Netzbetreiber TERNA kann der Strom künftig wieder grenzüberschreitend fließen und es wird die Sicherheit der Stromversorgung weiter erhöht“, freut sich Erich Entstrasser, Vorstandsvorsitzender der TIWAG-Gruppe und zugleich TINETZ-Aufsichtsratschef: „Das Wipptal ist bisher über eine einseitige Stromleitung versorgt. Zukünftig wird im Falle von Störungen, beispielsweise bei Großwetterereignissen, jeweils von der anderen Seite eine zweite Anbindung des Wipptals zur Verfügung stehen.“
 
In einem ersten Schritt wird die neue Stromverbindung vorwiegend für gegenseitige Aushilfen genutzt. Ein vollumfänglicher Energieaustausch soll ab 2022 möglich sein. Hier laufen derzeit die Gespräche mit den dafür zuständigen Regulatoren. Bis Ende Juli wird die TINETZ auch notwendige Sanierungsarbeiten am Leitungsnetz im Wipptal abgeschlossen haben. Inklusive der erweiterten Umspannwerke in Vill und Steinach wurden auf Tiroler Seite knapp 25 Mio. Euro investiert.

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