Gemeinschaftliche Erzeugungsanlage

Errichtung einer gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage (§16a ElWOG)

Allgemeines

Die Bewohner von Mehrparteienhäusern haben unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit zum Betrieb sogenannter gemeinschaftlicher Erzeugungsanlagen. Diese ermöglichen, dass Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage verbraucht und verkauft werden kann. Die Teilnehmer verbrauchen den Strom entsprechend ihrer Anteile an der Erzeugungsanlage direkt innerhalb eines Objektes, ohne hierfür das öffentliche Stromnetz zu benützen. Aufgrund dessen entfallen für diese Anteile auch die Netzentgelte samt damit verbundener Abgaben. Ein etwaiger Mehrbedarf an Strom wird aus dem öffentlichen Stromnetz abgedeckt und dieser wird zu den vereinbarten Bedingungen verrechnet.

Information von Österreichs Energie: Factsheet gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen

 

Was ist zu tun?

Klärung wer die gemeinschaftliche Erzeugungsanlage betreibt (Anlagenbetreiber) und wer die Teilnehmer (teilnehmende Berechtigte) sind. Zumindest zwei oder mehrere Parteien müssen sich an der Gemeinschaftsanlage beteiligen.

Abstimmung mit Haus-/Dacheigentümer bzw. der Hausverwaltung, vor der Planung und Errichtung einer Gemeinschaftsanlage.

Festlegung eines Betriebsmodells der Gemeinschaftsanlage (z.B. Hausgemeinschaft oder Dienstleister) und Bestimmung eines Betreibers/Anlagenverantwortlichen (Vertreter/Ansprechpartner gegenüber dem Netzbetreiber TINETZ).

Beratung durch einen Fachmann (Anlagenerrichter): Dimensionierung der Gemeinschaftsanlage u.a. bezüglich der erforderlichen Einspeiseleistung (kW) und dem benötigten Stromverbrauch (kWh) – wie viel der erzeugten Energie kann von den Teilnehmern verbraucht werden.

Absprache mit dem Betreiber, wer der Teilnehmer welche Menge der selbst erzeugten Energie zugeteilt bekommt (Aufteilungsschlüssel). Wahlmöglichkeit zwischen einem statischen Modell (jedem Teilnehmer wird ein fixierter prozentueller Anteil des erzeugten Stromes zugeordnet) und einem dynamischen Modell (flexible Zuordnung des erzeugten Stromes, abhängig vom jeweiligen tatsächlichen Verbrauch der Teilnehmer).

Anschlussanfrage für die gemeinschaftliche Erzeugungsanlage durch den Anlagenbetreiber beim Stromnetzbetreiber TINETZ:
Das Online Formular Stromanschluss vollständig ausfüllen mit dem Hinweis auf „gemeinschaftliche Erzeugungsanlage“ und absenden. Nach erfolgter netztechnischer Überprüfung erhält der Anlagenbetreiber ein Netzzugangsangebot inklusive der Zählpunktbezeichnung für die Einspeisung der Erzeugungsanlage und eine Teilnehmerliste. Nach Bekanntgabe der Teilnehmer wird der Betreibervertrag erstellt.

Auswahl eines Energieversorgers, der die überschüssige Energie der Erzeugungsanlage abnimmt und vergütet. Mit Energieversorgern sind ein Energieliefervertrag und ein Einspeisevertrag für die Erzeugungsanlage abzuschließen.

Informieren sie sich über die Möglichkeiten und Voraussetzungen für Förderungen der Gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage.

Der Betreiber der Erzeugungsanlage registriert sich unter www.ebutilities.at und erhält eine Betreibernummer (GC-Nummer), welche als Schlüssel für den weiteren Datenaustausch gilt.

Bestellung des Netzzugangsangebotes und Abschluss des Betreibervertrages mit der TINETZ. 

Zum Abschluss der Zusatzvereinbarungen und Zustimmungserklärungen für die Auslesung der Viertelstunden Werte der Teilnehmer gehen Sie bitte wie folgt vor:

  • Der Betreiber erhält je Teilnehmer eine Zusatzvereinbarung und eine Zustimmungserklärung für die Auslesung der Viertelstundenwerte.
  • Der Betreiber lässt diese Dokumente von den jeweiligen Teilnehmern unterschreiben. 
  • Der Betreiber meldet sich am EDA Anwenderportal (Energiewirtschaftlicher Datenaustausch) www.eda-portal.at/de an, registriert dort die Teilnehmer, stellt die von den Teilnehmern unterschriebenen Dokument dort ab und aktiviert die Teilnehmer.

Errichtung der Erzeugungsanlage und Übermittlung des vollständig ausgefüllten und vom Anlagenbetreiber sowie Anlagenerrichter unterschriebenen Installationsdokumentes (technische Daten zur Erzeugungsanlage, wird als Beilage mit dem Netzzugangsangebot/-vertrag der TINETZ zugestellt) sowie der Fertigstellungsmeldung durch einen Elektrofachmann.

Für die Messung der Viertelstundenwerte werden für die Erzeugungsanlage und für jeden der Teilnehmer die dafür erforderlichen Zähler, d.h. Smart Meter (oder Lastprofilzähler) von der TINETZ eingebaut oder sind bereits vorhanden.

Abrechnung der Gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage

  • Die von der Erzeugungsanlage überschüssig erzeugte Energie wird vom Energieversorger an den Betreiber vergütet. 
  • Die TINETZ verrechnet an die Teilnehmer die Netztarife für die verbrauchte Energie, abzüglich des von der Erzeugungsanlage zugeordneten Anteils.
  • Der Energieversorger verrechnet an die Teilnehmer den Energiepreis für die verbrauchte Energie, abzüglich des von der Erzeugungsanlage zugeordneten Anteils (Restnetzbezug).
  • Die Abrechnung der den Teilnehmern zugeordneten Anteile der selbst erzeugten Energie wird mit dem Betreiber vereinbart. 
  • Sämtliche für diese Abrechnungen erforderlichen Daten liefert die TINETZ an den Betreiber und den Energieversorger.
     

Abwicklung mit dem Netzbetreiber TINETZ

Netzzugangsanfrage: Diese kann vom Kunden, seinem beauftragten Elektriker oder Errichter der Erzeugungsanlage ausgefüllt werden. Mit dem Online-Formular Stromanschluss wird der Anschlusswunsch für eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage an uns weitergegeben. 

Netzzugangsangebot: Auf Basis der in der Netzzugangsanfrage erfassten Daten erstellen wir ein individuelles Netzzugangsangebot mit Angabe eventuell anfallender Kosten für den Anschluss. Mit dem Angebot erhalten Sie auch die der Erzeugungsanlage zugeordnete Zählpunktbezeichnung (für Energieversorger und eventuelle Förderstellen erforderlich) und ein Installations-/Nachweisdokument, welches nach Errichtung der Erzeugungsanlage vom Anlagenerrichter ausgefüllt an uns retourniert wird.
Die Bestellung erfolgt durch Unterschrift des Kunden am gleichlautenden Gegenbrief zum Angebot.

Betreibervertrag und Registrierung: Nach dem Netzzugangsangebot der TINETZ wird auch der Betreibervertrag an den Kunden übermittelt. Nach erfolgter Unterschrift am Betreibervertrag, wird dieser an die TINETZ retourniert. Nachdem sich der Betreiber der Erzeugungsanlage unter www.ebutilities.at registriert hat, erhält dieser die für die weitere Abwicklung erforderliche eindeutige Betreibernummer (GC-Nummer). 

Zusatzvereinbarung und Zustimmungserklärung Viertelstundenwerte: Zusätzlich zu den zwischen den einzelnen Teilnehmern und uns bestehenden Netzzugangsverträgen bedarf es eines Abschlusses von Zusatzvereinbarungen und Zustimmungserklärungen für die Auslesung der Viertelstundenwerte. Diese werden nach Eingang des Betreibervertrages von der TINETZ an den Betreiber übermittelt. Der Betreiber meldet sich am EDA-Anwenderportal (Energiewirtschaftlicher Datenaustausch) www.eda-portal.at/de an, registriert und aktiviert dort die Teilnehmer. Anschließend retourniert d​​​​​​er Betreiber die unterschriebenen Dokumente an die TINETZ.

Fertigstellungsmeldung: Ist die Erzeugungsanlage errichtet und die Elektroinstallationen durchgeführt, übermittelt das von Ihnen beauftragte Elektrounternehmen oder ein befähigter Fachmann das unterschriebene Formular Fertigstellungsmeldung an die TINETZ und bestätigt damit die Ausführung entsprechend den geltenden Normen und Gesetzen. 

Installations-/Nachweisdokument: Das mit dem Netzzugangsangebot übermittelte Installations-/Nachweisdokument wird vom Anlagenerrichter vollständig ausgefüllt und die erforderlichen Unterlagen werden ergänzt. Diese Dokument wird vom Anlagenbetreiber (Kunde) und dem Anlagenerrichter (beauftragtes Elektrounternehmen oder befähigter Fachmann) jeweils unterschrieben und an uns (E-Mail: netzanschluss(at)tinetz.at) retourniert. Nach positiver Prüfung durch die TINETZ wird die Betriebserlaubnis für die Erzeugungsanlage erteilt. Bei Anlagen vom Typ A (bis 250 kW) gilt der Zählereinbau bzw. die Aktivierung der Bezugsrichtung bei Smart Meter als Betriebserlaubnis.

Zählermontage / Aktivierung der Einspeisung

  • Erzeugungsanlage: Für die Zählermontage (Smart Meter oder Lastprofilzähler) ist es erforderlich, dass folgende Unterlagen bei uns vorliegen:
    • bestelltes Netzzugangsangebot (Gegenbrief TINETZ)
    • Energieliefervertrag/Einspeisevertrag mit Energieversorger(n)
    • Fertigstellungsmeldung
    • Installations-/ Nachweisdokument samt Beilagen (TINETZ erteilt Betriebserlaubnis)

  • Teilnehmer: Für die Messung der Viertelstundenwerte werden für jeden der Teilnehmer Smart Meter (oder Lastprofilzähler) von der TINETZ eingebaut oder sind bereits vorhanden. Für den Zählertausch oder die Aktivierung müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:
    • unterschriebener Betreibervertrag (TINETZ)
    • bestehender Liefervertrag mit Energieversorger(n)
    • Zusatzvereinbarung (TINETZ)
    • Zustimmungserklärung für die Auslesung der Viertelstundenwerte (TINETZ)

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