UW Matrei in Osttirol

Ausgangssituation

Die Hauptversorgungsader der Stromverteilung im Iseltal – die 110 kV-Leitung – startet im Umspannwerk (UW) Lienz, folgt dem Lauf der Isel bis Matrei und endet im UW Gruben.

Im UW Lienz befindet sich der Anschlusspunkt an das österreichische Übertragungsnetz, das zum größten Teil von Austrian Power Grid (APG) betrieben wird. Dort erfolgt die Umspannung von 380 kV auf 220 kV und auf 110 kV. Wie die Haupttäler verzweigen sich auch die 110 kV-Verteilnetz-Leitungen in Richtung Pustertal, Drautal sowie ins Iseltal. Weitere Informationen zu diesem Netzknoten finden Sie hier: Umspannwerk Lienz - Österreich braucht Strom

Auf dem Weg vom Netzknoten im UW Lienz bis ins UW Gruben hat die 110 kV-Leitung mehrere Stationen. Die erste Station ist das Umspannwerk Kalserbach, das sich auf dem Gebiet der Gemeinde Kals am Großglockner befindet. Dort wird die 110 kV-Spannungsebene über zwei Transformatoren mit der 25(30) kV-Spannungsebene (dem sogenannten Mittelspannungsnetz) verbunden.

Nach dem UW Kalserbach führt die 110 kV-Leitung in Richtung Nordwesten, überquert die Isel und erreicht anschließend das Umspannwerk Kienburg. Das Umspannwerk Kienburg befindet sich innerhalb der gleichnamigen Pumpstation der Transalpine Ölleitung in Österreich Ges.m.b.H. (TAL). Von Kienburg folgt die 110 kV-Leitung wieder dem Lauf der Isel in Richtung Matrei, bis sie im Ortsteil Seblas auf das Umspannwerk Matrei trifft.

Über das Umspannwerk Matrei wird neben der Gemeinde selbst auch das Virgen- und das Tauerntal versorgt.

Gründe für das Projekt

Das Umspannwerk Matrei befindet sich in unmittelbarer Nähe zur 380 kV-Leitung Tauern-Lienz. Aus diesem Grund ist es ein idealer Standort für eine Abstützung aus dem übergeordneten Übertragungsnetz der APG. Damit ist es möglich, bei einer Unterbrechung der Hochspannungsleitung zwischen dem UW Lienz (dem aktuellen Startpunkt aus dem Übertragungsnetz) und dem UW Matrei diesen Teil des Netzes über die zweite Anspeisung aus dem 380 kV-Netz zu versorgen. Weiterhin ermöglicht eine solche Netzabstützung, erforderliche Instandhaltungsarbeiten mit größeren Zeitfenstern durchzuführen.

Mit dieser zusätzlichen Abstützung aus dem österreichischen Übertragungsnetz wird die Versorgungssicherheit für das Iseltal, aber auch für ganz Osttirol, wesentlich erhöht.

Geplante Maßnahmen und Projektablauf

Für die Netzabstützung aus dem Übertragungsnetz ist es erforderlich, die am Standort Matrei vorbeiführende 380 kV-Leitung aufzutrennen und mit Hilfe eines 380 kV-zu-110 kV-Transformators die Spannung auf das notwendige Niveau zu bringen. Die Lage des bestehenden UW Matrei ist insofern ideal, da sich die bestehende 380 kV-Leitung parallel zur 110 kV-Leitung der TINETZ befindet und ohne aufwändigen Leitungsbau diese Abstützung realisiert werden kann (Abbildung 1). Das Umspannwerk selbst besteht aus einer 380 kV-Freiluftschaltanlage, einem Betriebsgebäude und dem 380/110 kV-Transformator. Diese Anlagenteile werden von APG errichtet. Daran anschließend erfolgt die Verbindung des Transformators und der 110 kV-Schaltanlage der TINETZ. Diese Schaltanlage befindet sich im Gebäude, da der Platz für eine Freiluftschaltanlage nicht mehr ausgereicht hat. Östlich neben dem neuen Gebäude führt die bestehende 110 kV-Leitung vorbei, welche aufgetrennt und über zwei neue Leitungsportale abgefangen und eingebunden wird:

Das Umspannwerk Matrei wird derzeit gebaut, und die vollständige Inbetriebnahme ist für Juli 2025 geplant.

Für weitere Informationen empfiehlt sich ein Blick auf der Projektwebsite unseres Projektpartners APG: https://www.apg.at/projekte/umspannwerk-matrei/

Elektrische und magnetische Felder

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: Leitfaden elektrische und magnetische Felder

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Projektzeitplan

2025

Errichtung 380 kV-Freiluftschaltanlage und Inbetriebnahme

April 2025

380/110 kV-Trafotransport von Lienz nach Matrei

2024

Errichtung 110 kV-Innenraumschaltanlage

2023

Baubeginn

2022

Starkstromwegerechtliche Bewilligung TINETZ

Weitere Fotos zum Projekt

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