06.05.2026

Video: Offizielle Inbetriebnahme des Umspannwerks Matrei

Matrei in Osttirol, 24. April 2026 – Nach rund zwei Jahren Bauzeit ist das neue Umspannwerk Matrei planmäßig in den Vollbetrieb gegangen. Mit einem Investitionsvolumen von 46,5 Millionen Euro haben die TINETZ‑Tiroler Netze GmbH und Austrian Power Grid (APG) ein zentrales Infrastrukturprojekt für eine sichere Stromversorgung und die Energiewende in Osttirol umgesetzt.

An der feierlichen Inbetriebnahme am Standort Seblas nahmen unter anderem Tirols Landeshauptmann‑Stellvertreter Josef Geisler, Michael Kraxner, Vorsitzender des Aufsichtsrates der TINETZ und Vorstand der TIWAG‑Tiroler Wasserkraft AG, Thomas Rieder, technischer Geschäftsführer der TINETZ, sowie Gerhard Christiner, Vorstandssprecher der APG, teil.

Mehr Sicherheit durch doppelte Netzanbindung

Mit dem neuen Umspannwerk wird Osttirol künftig über zwei voneinander unabhängige Einspeisepunkte aus dem überregionalen APG‑Netz versorgt. Die rund 36 Kilometer lange 110‑kV‑Leitung durch das Iseltal ist damit doppelt abgesichert – ein wesentlicher Gewinn für die Versorgungs‑ und Ausfallsicherheit in der Region. Gleichzeitig ermöglicht die neue Anlage den verbesserten Abtransport von überschüssigem Strom aus Kleinwasserkraft und Photovoltaik, der nun österreichweit genutzt werden kann.

Energiewende braucht Gesamtsystemplanung

Landeshauptmann‑Stellvertreter Josef Geisler unterstrich die Bedeutung des Projekts für die langfristige Energiezukunft Tirols: „Mit der Strategie Tirol 2050 energieautonom verfolgen wir konsequent das Ziel einer unabhängigen und nachhaltigen Energieversorgung. Osttirol zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in unseren Regionen steckt. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Erzeugung, Netzen und Speichern. Leistungsfähige Netze und moderne Speicherlösungen sind unerlässlich, um Überschüsse sinnvoll zu nutzen, das System zu stabilisieren und die Versorgung langfristig abzusichern.“

Auch APG‑Vorstandssprecher Gerhard Christiner betonte die zentrale Rolle leistungsfähiger Netzinfrastruktur für die Dekarbonisierung:
„Ein starkes Netz ist das Rückgrat der Stromversorgung. Ohne Netzausbau kann erneuerbare Energie nicht integriert und dorthin gebracht werden, wo sie gebraucht wird. Projekte wie das Umspannwerk Matrei schließen gezielt Netzlücken und sichern die Versorgung für die kommenden Jahrzehnte.“
Der APG‑Netzentwicklungsplan sieht bis 2035 Investitionen von rund neun Milliarden Euro vor – entscheidend dafür seien künftig deutlich beschleunigte Genehmigungsverfahren.

Umfassende Investitionen für Osttirol

Für TINETZ ist das neue Umspannwerk ein zentraler Baustein eines langfristigen Ausbauprogramms. Geschäftsführer Thomas Rieder erklärte:
„Mit dem Umspannwerk Matrei erhöhen wir die Versorgungszuverlässigkeit für ganz Osttirol deutlich. Parallel verstärken wir das 110‑kV‑Netz von Gruben bis Matrei, der Ausbau bis Kalserbach sowie die Ertüchtigung der Umspannwerke Kienburg und Kalserbach laufen bereits.“

Seit rund zehn Jahren setzt TINETZ in Osttirol ein umfangreiches Investitionsprogramm um: 63 Projekte in 23 Gemeinden verbessern die Stromversorgung im gesamten Bezirk. Zwischen 2014 und 2030 investiert das Unternehmen rund 92 Millionen Euro in eine zukunftsorientierte Energieinfrastruktur in Osttirol. Tirolweit plant TINETZ in den kommenden 15 Jahren ein Rekordbudget von drei Milliarden Euro, um die Netze fit für Energie‑, Mobilitäts‑ und Wärmewende zu machen.

Bildunterschrift (Fotonachweis: Martin Lugger): Inbetriebnahmefeier UW-Matrei (v.re.): Landeshauptmann‑Stellvertreter Josef Geisler, APG‑Vorstandssprecher Gerhard Christiner, TINETZ-Geschäftsführer Thomas Rieder, TINETZ Aufsichtsrat Vorsitzender und TIWAG Vorstand Michael Kraxner