Ausgangssituation
Das Umspannwerk Kienburg ist ein wichtiger Bestandteil des 110-kV-Netzes in Osttirol. Es liegt im Bereich der Pumpstation Kienburg der Transalpinen Ölleitung und ist in die 110-kV-Verbindung zwischen den Umspannwerken Kalserbach und Matrei eingebunden.
Aufgrund des Alters der bestehenden Anlage sind umfangreiche Erneuerungsmaßnahmen erforderlich. Unter anderem werden die beiden bestehenden Transformatoren, die elektrische Energie von der 110-kV-Ebene auf die 6-kV-Ebene umspannen, erneuert. Gleichzeitig wird das Umspannwerk technisch auf den aktuellen Stand gebracht und an die neue Netzsituation in Osttirol angepasst.
Mit dem neuen 380/110-kV-Umspannwerk Matrei in Osttirol steht für das 110-kV-Netz im Bezirk Lienz ein zusätzlicher Einspeisepunkt aus dem übergeordneten Übertragungsnetz zur Verfügung. Dadurch ist der Bezirk jetzt von zwei Seiten angeschlossen. Das stärkt die Versorgungssicherheit in Osttirol.
Modernisierung des Umspannwerks
Im Rahmen des Projekts wird das UW Kienburg umfassend modernisiert und für die zukünftigen Anforderungen des Stromnetzes ertüchtigt. Ein wesentlicher Bestandteil ist der Austausch der beiden bestehenden 110/6-kV-Transformatoren.
Darüber hinaus wird die sogenannte Sekundärtechnik vollständig erneuert. Sie umfasst jene Schutz-, Steuerungs- und Leittechnik, die für den sicheren Betrieb und die Überwachung des Umspannwerks erforderlich ist. Für diese Technik wird ein neues Betriebsgebäude in kompakter Bauweise errichtet.
Auch die 110-kV-Anlagenteile in Richtung UW Matrei in Osttirol und UW Kalserbach werden ausgebaut beziehungsweise erneuert. Die Leitungsabzweige und weitere Anlagenteile werden dabei für eine höhere Übertragungsleistung ausgelegt und somit auf die zukünftige Entwicklung der 110-kV-Verbindung zwischen im Iseltal abgestimmt sind.
Weitere Arbeiten betreffen unter anderem die Erneuerung der Erdungsanlage, Außenbeleuchtung, Oberflächenentwässerung und Asphaltflächen sowie die Errichtung von Brandschutzwänden im Bereich der Transformatoren.
Mehr Versorgungssicherheit für Osttirol
Die Modernisierung des UW Kienburg ist Teil der Weiterentwicklung des Stromnetzes in Osttirol. Durch das neue Umspannwerk Matrei in Osttirol besteht ein zusätzlicher Einspeisepunkt aus dem österreichischen Übertragungsnetz. Damit diese neue Netzstruktur bestmöglich genutzt werden kann, müssen auch die bestehenden Anlagen entlang des 110-kV-Netzes entsprechend angepasst werden.
Der Ausbau des UW Kienburg schafft dafür wichtige technische Voraussetzungen. Die modernisierte Anlage erhöht die Leistungsfähigkeit des Netzes und trägt zu einer langfristig sicheren und zuverlässigen Stromversorgung des Bezirk Lienz bei. Gleichzeitig wird die technische Infrastruktur für die zukünftigen Anforderungen an das Stromnetz vorbereitet.
Projektstatus und Zeitplan
Die Arbeiten am Umspannwerk erfolgen schrittweise und unter Berücksichtigung des laufenden Netzbetriebs sowie weiterer Netzprojekte in der Region.
Nach aktuellem Projektplan sind folgende wesentliche Meilensteine vorgesehen:
2025: Start der Projektumsetzung und Vorbereitung der umfassenden Modernisierung des Umspannwerks.
Bis Ende 2026: Erneuerung der Schutztechnik im Zusammenhang mit den beiden Transformatoren.
Bis Ende 2027: Fertigstellung des Ausbaus der 110-kV-Leitungsabzweige sowie der neuen Leitungsportale. Die geplanten baulichen und technischen Arbeiten sollen damit im Wesentlichen abgeschlossen sein.
Elektrische und magnetische Felder
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: Leitfaden elektrische und magnetische Felder