30.09.2026

Mehr Netzkapazität für Tirol: TINETZ modernisiert Mittel- und Niederspannungsnetze

Die zunehmende Einspeisung aus Photovoltaik- und anderen Erzeugungsanlagen stellt die Netzinfrastruktur vor Herausforderungen. Neben Hochspannungsleitungen müssen insbesondere die Mittel- und Niederspannungsnetze verstärkt werden, um die steigende Einspeisung aus Photovoltaikanlagen aufnehmen zu können. Für die TINETZ-Tiroler Netze GmbH steht daher die Modernisierung der regionalen Netzinfrastruktur besonders im Fokus.

INNSBRUCK (30.09.2026) Bis 2030 wird TINETZ rund 720 Mio. Euro in die Erneuerung und Verstärkung der Stromnetzinfrastruktur Tirols investieren, um Versorgungssicherheit und Systemstabilität zu gewährleisten. Dabei stehen besonders die regionalen Verteilnetze im Fokus: Aktuell befinden sich tirolweit etwa 700 Netzmaßnahmen auf Mittelspannungsebene sowie rund 1.900 Netzmaßnahmen auf der Niederspannungsebene in Umsetzung.

„Die Energiewende wird nicht allein auf den Dächern mit Photovoltaikanlagen entschieden, sondern vor allem in den Stromnetzen, welche die Energie sicher zum nächsten Verbraucher oder Speicher transportieren“, erklärt TINETZ-Aufsichtsratsvorsitzender Michael Kraxner. „Unsere Aufgabe ist es, die bestehenden Netze intelligent zu steuern und die Infrastruktur weiter auszubauen, um zusätzliche Einspeisekapazitäten für Strom aus erneuerbaren Erzeugungsanlagen bereitzustellen. Mit jeder Netzinvestition leisten wir einen Beitrag zur geplanten Netzentwicklung in Tirol.“ 

Höhere Kapazitäten für sicheren Netzbetrieb

Ein Projekt in Waidring zeigt beispielhaft, wie diese Modernisierung konkret umgesetzt wird. Das bestehende 10-kV-Ortsnetz wird dort durch eine moderne 30-kV-Infrastruktur ersetzt, die bereits für zukünftige Anforderungen vorbereitet ist. Herzstück des Projekts ist die Verlegung von rund drei Kilometer Mittelspannungskabeln sowie die Errichtung von sieben neuen Trafostationen. Darüber hinaus werden im Netz regelbare Ortsnetztransformatoren eingesetzt, die bereits im Bestandnetz eine höhere Einspeisung möglich machen. „Die verfügbaren Netzkapazitäten werden damit deutlich erhöht und die Voraussetzungen für einen sicheren Netzbetrieb über Jahrzehnte geschaffen“, bestätigt TINETZ-Geschäftsführer Thomas Rieder. „Allein 2026 investieren wir rund 104 Mio. Euro in Modernisierung und Ausbau der Nieder- und Mittelspannungsnetze und weitere 53 Mio. Euro ins Hochspannungsnetz in Tirol.“

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Modernisierungsmaßnahme ist zudem die Errichtung einer neuen Ringleitung für den Bereich Waidring. Dadurch kann das Netz künftig von zwei Seiten versorgt werden. Im Störungsfall lassen sich betroffene Bereiche rasch umschalten und die Stromversorgung schneller wiederherstellen. Das erhöht die Versorgungssicherheit und verbessert die Netzstabilität nachhaltig. Parallel dazu wird das Niederspannungsnetz verstärkt, um höhere Einspeiseleistungen aus Photovoltaikanlagen zu ermöglichen und die Kapazitäten für den steigenden Strombedarf durch Elektromobilität und Wärmepumpen zu schaffen. Bestehende Freileitungen werden schrittweise durch Erdkabel ersetzt, wodurch sowohl die Versorgungsqualität als auch das Ortsbild verbessert werden.

Mehrwert für die Region

Bei der Umsetzung kommen gelenkte Pressbohrungen zum Einsatz, um offene Grabungsarbeiten in sensiblen Naturbereichen zu reduzieren. Darüber hinaus wird gemeinsam mit der Ortswärme St. Johann in Tirol Glasfaserinfrastruktur mitverlegt, wodurch zusätzliche Synergien und ein Mehrwert für die Region entstehen.

Mit dem kontinuierlichen Ausbau von Hochspannungs-, Mittel- und Niederspannungsnetzen unterstützt TINETZ die Integration zusätzlicher Erzeugungs- und Verbrauchskapazitäten im Stromsystem. Das Beispiel Waidring zeigt, dass gerade die Modernisierung der regionalen Verteilnetze ein entscheidender Schlüssel ist, um die wachsende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien künftig zuverlässig aufnehmen und verteilen zu können.

Bildunterschrift (Fotonachweis: TINETZ/Berger): TINETZ-Aufsichtsratsvorsitzender Michael Kraxner und Geschäftsführer Thomas Rieder setzen auf eine gut ausgebaute Netzinfrastruktur für Tirol.