Bei einem leistungsgemessenen Tarif zählt nicht nur, wie viel Strom Sie verbrauchen, sondern auch, wie viel Leistung Sie gleichzeitig aus dem Stromnetz beziehen.

Die Abrechnung berücksichtigt daher zwei Komponenten: Ihren Energieverbrauch in Kilowattstunden (kWh) und die in Anspruch genommene Leistung in Kilowatt (kW). Entscheidend ist damit nicht nur die insgesamt verbrauchte Strommenge, sondern auch, wann und wie viele Geräte oder Anlagen gleichzeitig betrieben werden.

Im folgenden Video erklären wir Ihnen einfach und anschaulich, wie die Leistungsmessung funktioniert, wie sich der Tarif zusammensetzt und wie Sie Ihre Leistungsspitzen beeinflussen können.

So funktioniert's

Ihr Zähler erfasst Ihren Stromverbrauch laufend in 15-Minuten-Intervallen. Aus der innerhalb einer Viertelstunde verbrauchten Energie wird die durchschnittliche Leistung für diesen Zeitraum berechnet.

Je mehr elektrische Geräte oder Anlagen gleichzeitig in Betrieb sind oder je höher deren jeweilige Leistung ist, desto höher kann dieser Wert ausfallen.

Für die Abrechnung wird für jeden Monat die höchste gemessene Viertelstundenleistung – die sogenannte Leistungsspitze – herangezogen. Aus diesen zwölf monatlichen Leistungsspitzen wird anschließend ein Durchschnittswert gebildet. Dieser durchschnittliche Leistungswert ist für die Abrechnung des Leistungspreises maßgeblich.

Woraus setzen sich die Netzkosten zusammen?

Beim leistungsgemessenen Tarif werden grundsätzlich zwei Bestandteile berücksichtigt:

Leistungspreis
Der Leistungspreis richtet sich nach der gemessenen Leistung in Kilowatt (kW). Eine höhere Leistungsspitze führt entsprechend zu höheren leistungsabhängigen Kosten.

Arbeitspreis
Der Arbeitspreis richtet sich nach der tatsächlich verbrauchten Energie in Kilowattstunden (kWh).

Damit berücksichtigt die Abrechnung sowohl Ihren gesamten Stromverbrauch als auch die Leistung, die Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt aus dem Stromnetz benötigen.

Warum wird die Leistung berücksichtigt?

Das Stromnetz muss auch dann zuverlässig funktionieren, wenn kurzfristig viel Leistung gleichzeitig benötigt wird. Für die Dimensionierung und den sicheren Betrieb des Netzes ist deshalb nicht nur die insgesamt transportierte Strommenge entscheidend, sondern auch die Höhe der auftretenden Leistungsspitzen.

Die Leistungsmessung bildet diese tatsächliche Beanspruchung des Stromnetzes ab und ermöglicht es, die Netzkosten entsprechend der Nutzung zuzuordnen.

Leistungsspitzen reduzieren

Wie hoch Ihre Leistungsspitze ausfällt, können Sie teilweise selbst beeinflussen. Besonders dann, wenn mehrere leistungsintensive Geräte oder Anlagen gleichzeitig betrieben werden, kann eine hohe Spitze entstehen.

Mögliche Maßnahmen sind beispielsweise:

  • größere elektrische Verbraucher zeitversetzt betreiben
  • Lasten möglichst gleichmäßig über den Tag verteilen
  • Energiemanagement- oder Steuerungssysteme einsetzen

Werden Leistungsspitzen reduziert, kann sich dadurch auch der leistungsabhängige Anteil der Netzkosten verringern.

Einfach erklärt: kW und kWh

Kilowatt (kW) beschreibt die Leistung – also wie viel Strom zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird.

Kilowattstunde (kWh) beschreibt die Energie – also wie viel Strom über einen bestimmten Zeitraum insgesamt verbraucht wird.

Ein einfaches Beispiel: Werden mehrere leistungsstarke Geräte gleichzeitig betrieben, kann die Leistungsspitze hoch sein. Werden dieselben Geräte zeitlich versetzt genutzt, kann der Energieverbrauch insgesamt ähnlich bleiben, während die maximale Leistung geringer ausfällt.